GALJAS FAMILIE IN ODESSA
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Galjas Familie

Galina Martynowna nennt sich selbst gern Mutter Teresa von Odessa. Die 47jährige nimmt Kinder aus durch Armut und Alkohol zerrütteten Familien auf und gibt ihnen ein neues Zuhause. Ein sehr enges Zuhause. Mit 20 Kindern, sieben Hunden und zehn Katzen lebt sie in zwei Zimmern. Hinter einem Schrank steht ihr Bett und ein kleiner Schreibtisch...ihr Büro. Dort führt sie die Telefonate mit möglichen Spendern und liest abends Bücher über Medizin oder Psychologie. Eine Ausbildung hat Galina Martynowna nicht.
Im dritten Zimmer der kleinen Wohnung lebt ihre alte Mutter mit einem bissigen Hund. Die alte Frau meint, die vielen Kinder seien Schuld an ihrem hohen Blutdruck. Vor der Kamera aber sagt sie nur das Beste über Galina und dass sie gern für die ganze Familie kocht. Galina ist da anders. Mit ihrer Mutter habe sie nichts gemein und wenn sie Geld hätte, wäre sie schon lange mit den Kindern fort, sagt sie. Es ist nicht leicht, ihren Ansprüchen zu genügen. Ob es überhaupt jemanden gäbe, von dem sie sich verstanden fühlt? – Ja. Von Makarenko, dem Pädagogen, aber der ist ja schon lange tot.
Galina hat große Pläne: noch mehr Kinder adoptieren, ein ganzes Dorf mit Wohnhäusern, Schule, Krankenhaus und Adaptionszentrum für Straßenkinder gründen. Auf staatliche Hilfe kann sie nicht hoffen. Zwar nehmen echte Martynows Rücksicht aufeinander und streiten sich nicht, trotzdem wäre jedes von Galinas Kindern froh über eine größere Wohnung, vielleicht ein kleines Haus, in dem Platz ist für Rückzug, für Privatsphäre oder einfach nur zum Spielen. Die Familie lebt sehr arm und ernährt sich von Lebensmittelspenden der Kirche. Aber dennoch vermitteln die Kinder nicht das Gefühl von Armut: sie sind fröhlich, interessiert und ohne Angst. Durch sie wird Galina Martynowna sympathisch und wenn man ihre Lebensgeschichten hört, dann weiß man, dass Galina doch Wunder vollbringt. Die Gelähmten können wieder gehen, die Bildungsunfähigen studieren an der Universität und die Erniedrigten lassen sich einfach nicht mehr beleidigen.
Nina Körner, 2004


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Die Kinder
Ich heiße Martin und bin 10. Ich gehe in die vierte Klasse ...

Neue Bilder vom Sommer 2006

Film: INES MARIA MÜLLER und KATRIN LEHNERT haben endlich einen Produzenten für ihr Dokumentarfilmprojekt über Galjas Familie gefunden. Demnächst finden Sie hier nähere Infos.