In Berlin leben zur Zeit 118.730 Türken, sowie
etwa 20.000 Deutsche mit türkischem Hintergrund. Dies macht Berlin zur
größten türkischen Gemeinde außerhalb der Türkei.
1961 schloss die Bundesrepublik mit der Türkei ein Abkommen über
die Immigration von türkischen Arbeitskräften. Viele von ihnen gingen
nach Berlin, das infolge das zweiten Weltkrieges und der Teilung von Berlin
dringend Arbeitskräfte brauchte. Ursprünglich waren diese Leute
als Gastarbeiter in das Land gekommen, aber viele von ihnen entschlossen sich,
in Berlin zu bleiben. 1992 antworteten auf die Frage, ob sie die Absichten
hätten, in die Türkei zurück zu kehren, 83 % mit "Nein".
Diese Zahl ist jetzt wahrscheinlich noch höher, denn viele Türken,
die in der zweiten und dritten Generation in Berlin leben, haben zwar noch
Kontakt zur Türkei, sehen jedoch Berlin als ihre Heimat an.
Die erste Generation von Einwandern war ungelernt und hatte keine universitäre
oder handwerkliche Ausbildung. Die nachfolgenden Generationen haben sowohl
kleine, als auch mittelständische Betriebe. Junge Türken studieren
an den Berliner Universitäten, und in der Politik gibt es einige, wenn
auch wenige, Türken. Es gibt türkische Bäckereien, Reisebüros,
Ärzte und Lebensmittelläden.
In Berlin gibt es zwei Bezirke, Kreuzberg und Wedding, welche mit 15,4 % und
11,8 % einen hohen Anteil von Türken haben.
Trotz dieser großen Anzahl und dem langen Zeitraum, in dem Türken
in Berlin leben, gibt es auch heute noch viele Vorurteile und Berührungsängste
mit der türkischen Gesellschaft. Von 2,6 Millionen Menschen türkischer
Herkunft in Deutschland haben 840.000 einen deutschen Pass.
Dies bedeutet, dass fast jeder dritte Türke die deutsche Nationalität
hat.



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